Fachtagung II - Welche Stadt für wen? Die Stadt demokratisieren!
Vom 24. bis 26. Februar 2006
Um dies zu erreichen, arbeiten sie mit anderen gesellschaftlichen Gruppen und auch städtischen Institutionen zusammen. Dabei geraten sie insbesondere im Zuge der neoliberalen Umstrukturierung der Städte immer häufiger in eine ambivalente Situation. Von Seiten einer neoliberalen Politik, die so sehr die Eigenverantwortung propagiert, besteht nämlich durchaus Interesse an solchen Initiativen. So sehen beispielsweise städtische Institutionen selbstorganisierte Projekte immer mehr als probates Mittel, Arbeiten von ihnen ausführen zu lassen und so Kosten einzusparen: Die „Unterstützung“ der Selbstorganisationen kostet weniger als eine eigene städtische Einrichtung.
Einerseits eröffnet eine Zusammenarbeit mit städtischen Institutionen und gesellschaftlichen Gruppen Handlungsspielräume und Möglichkeiten – gleichzeitig laufen Basisinitiativen aber Gefahr, von einer neoliberalen Politik instrumentalisiert zu werden und ihre ursprünglichen politischen Ziele aus den Augen zu verlieren.
In der zweiten Tagung des Projekts „Der Süden der Städte“ möchten wir deshalb folgenden Fragen nachgehen: Wie können wir unsere selbstorganisierten Projekte breiter in der Gesellschaft verankern und ein Umdenken bewirken? Wie lassen sich unsere Erfahrungen und Kämpfe in Süd und Nord miteinander verknüpfen? Welche Strategien gibt es, mit der Gefahr einer neoliberalen Vereinnahmung umzugehen? Und schließlich: Wie lässt sich unter neoliberalen Bedingungen für eine „Stadt für alle“ kämpfen?
PROGRAMM
Freitag, 24. Februar
Ab 18 Uhr Anreise
20.00 Uhr Begrüßung und Vorstellung der ReferentInnen
20.15 Uhr Zwischen autonomer Praxis und neoliberaler Vereinnahmung
Gedanken und Beobachtungen zur Situation von Selbstorganisationen und NGOs
Kurzstatements von Stephan Lanz, Judith Welkmann, Katrin Steiner
anschließend Diskussion
Samstag, 25. Februar
9.00 – 9.30 Uhr Eine Stadt für alle! Selbstorganisation zwischen Autonomie und Integration
Vorstellung der Workshops:
I: Modelle selbstbestimmter Macht
Mit Boniface Mabanza, Kongo und Knut Unger, Mieterverein Witten
Berichte von Johann Jäckel zu den Inputs von Knut Unger und Boniface Mabanza
II. Das System im System
Mit Graciela Draguicevich, Mutual Sentimiento, Argentinien und Sebastian Müller, INURA, Dortmund
III. Soziale Bewegungen: Stadtpolitik von unten
Mit Rhoda Viajar, Philippine Human Rights Information Center, Philippinen und Klaus Ronneberger
"Die Neoliberalisierung der Stadt" - Input von Klaus Ronneberger
Ab 9.30 Uhr Arbeit in den Workshops
Kurzvorträge der ReferentInnen und Diskussion
12.30 – 14.00 Uhr Mittagspause
14.00 –16.30 Uhr Fortsetzung der Workshops
16.30-17.00 Uhr Pause mit Kaffe und Tee
17.00-18.00 Uhr Open Space: Austausch zwischen den Workshops
18 Uhr Abendessen
19.30 Uhr Asienkrise und Argentinien-Crash
Gemeinsamkeiten nach den Wirtschaftskrisen 1998 und 2001
Politisches Gespräch und Diskussion mit Rhoda Viajar und Graciela Draguicevich
ab 21 Uhr nettes Beisammensitzen und kl. Fiesta
Sonntag, 26. Februar
09.30-11.15 Uhr Städtische Bewegungen im Kampf um eine autonome Praxis (mit Ansätzen für einen neuen Internationalismus)
Kurzstatements von Boniface Mabanza, Graciela Draguicevich, Rhoda Viajar
mit anschließender Diskussion
Eindrücke von Karsten Peters und Johann Jäckel
11.15.-11.30 Uhr Pause
11.30- 12.00 Uhr Feedbackrunde
anschließend Mittagessen
anschließend Abreise
ORGANISATORISCHES
Veranstaltungsort und Wegbeschreibung
Evangelische Studierendengemeinde Münster (ESG)
Breul 43
48143 Münster
Teilnahmebeitrag
50 / 80 Euro
inkl. Verpflegung und ggf.Privatunterkunft – am Geld soll
die Teilnahme nicht scheitern!
Veranstalter und Kontakt
Institut für Theologie und Politik
Katrin Steiner
Fr.- Ebert- Str. 7
48153 Münster
Tel.: 0251 / 52 47 38
Fax: 0251 / 52 47 88
e-mail: steiner.itp@muenster.de
unterstützt von
ESG Münster
Cafe Weltbühne
Das Projekt wird gefördert von
NRW-Stiftung für Umwelt und Entwicklung