"Konkrete Solidarität" - Besuch bei der Medizinischen Flüchtlingshilfe Berlin
- Kommentar von Graciela Draguicevich -
Unter der Prämisse: „Solidarität ist das erste Kettenglied für den Aufbau von Vertrauen und Bewusstsein.“
Die Medizinische Flüchtlingshilfe hat Erstaunliches erreicht, wenn sie 120 medizinische Fachkräfte zusammenbringt, die die Besonderheiten der „Illegalität“ ihrer Patienten berücksichtigen und dabei vielleicht für eine illegale und kostenfreie Behandlung ihre Zulassung aufs Spiel setzen. Das ist großartig! Man arbeitet netzwerkartig, und jede/r weiß, dass der Grad zwischen legal und illegal sehr schmal ist. Trotzdem klappt die Arbeit.
Die Medizinische Flüchtlingshilfe bringt meines Erachtens viel Respekt und Verständnis für die Lebensumstände der Migrant/inn/en auf.
Man versucht, dass beide Seiten voneinander lernen: die Ärzt/inn/e/n und die Patient/inn/en. Es geht um ganz elementare Bedürfnisse, um Gesundheit und um solidarisch organisierten Schutz. Das ist in der Tat sehr wichtig. Nicht einverstanden bin ich damit, dass sich die behandelnden Ärzt/inn/e/n stärker in die politischen Kämpfe integrieren sollten. Es ist sicherlich gut, wenn man das Netzwerk ausbaut und sich mit anderen Organisationen abstimmt, damit man effektiver auf gesetzliche Änderungen einwirken kann. Aber man sollte die medizinische Hilfe deutlich von der politischen Arbeit trennen. Es war nie gut, eine (ich will einmal sagen: semilegale) Arbeit mit anderen Aufgaben zu vermischen. Das verschwendet Kräfte. Die Medizinische Flüchtlingshilfe ist eine ausgezeichnete Initiative, die beweist, dass eine einfache Aktion mehr wert ist als tausend Wörter.
Bericht zum Besuch bei der Medizinischen Flüchtlingshilfe von Ludger Weckel und Katrin Steiner
Kommentar von Boniface Mabanza
Kommentar von Rhoda Viajar (Englisch)
Das Besuchsprogramm im Februar und März 2006